»Frankreich, auch in musealer Hinsicht das 'Land des Noch', wie
Tucholsky sagte. Noch stehen auf seiner literarisch so geweihten und
verwöhnten Erde zahlreiche Dichterstätten. Herrensitze und Hütten,
Türme und Torhäuschen. Es war und ist eine wahre Pracht. Nun werden
sie zum ersten Mal gesammelt porträtiert.
Ralf Nestmeyer hat sowohl
für den touristisch als auch für den literarisch interessierten
Frankreichliebhaber die Lebenswelten so unterschiedlicher Autoren wie
Balzac und Hugo (in Paris), Dumas und Zola (bei Paris) Jules Verne
und Flaubert, Cocteau und Louis Aragon etc. pp. aufgesucht und
anschaulich beschrieben.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen und
dürfte auch solchen Autoren, die bei uns weniger bekannt sind (wie
dem unterschätzen Jean Giono, dem vergessenen Frédéric Mistral etwa,
den literarischen Stimmen der Provence also), neue Leser
zuführen.«
(Tilman Krause, Literarische Welt 16. April 2005)
»Ralf Nestmeyer beschäftigt sich in einem Inselbändchen mit den
Wohngewohnheiten französischer Dichter. Er hat Balzacs geducktes
Häuschen in Passy besucht, das heute Museum ist und dem ewig klammen
Großromancier als Schreibklause gedient hatte.
Nestmeyer hat sich
Victor Hugos repräsentative Räume an der Place des Voges in Paris
angesehen sowie das Landhaus des Insektenforschers Jean-Henri Fabre
in Sérignan-du-Comtat. Er hat die Verstecke des großen Misanthropen
Flaubert in der Normandie gesucht, von denen nur noch der Pavillon in
Croisset übrig geblieben ist. Und er erzählt die Geschichte des
lebenslangen Liebespaares Elsa Triolet und Louis Aragon, die sich
nahe dem Wald von Dourdan eine alte Mühle gekauft und darin eine viel
harmonischere Künstlerehe geführt haben als Sartre und Beauvoir.
Nestmeyer hat leicht geschriebene, informative Essays verfasst, die
über die bloße Raumbeschreibung hinausgehen. Sie zeigen immer auch,
was für Naturen in diesen Landhäusern und großräumigen
Bürgerwohnungen residierten.«
(Süddeutsche Zeitung, 10. Mai 2005)